Die Erben
der Hunde von Avalon
Nur rund ein Dutzend der wasserfreudigen, apportierbegabten St.-John`s Hunde waren es, die ungefähr vor zweihundertfünfzig
Jahren die gesamte Labradorzucht begründeten - und zwar mit den drei Zwingern der englischen und schottischen Adelfamilien
Malmesbury, Buccleuch und Home, wo man sie mit akriebischer Sorgfalt reinzüchtete.
Zunächst waren einzig Tiere mit schwarzer Fellfärbung begehrt - der Farbe der "Stammväter" aus Avalon. Erst viele Jahre später
wurden auch die warmen Gelbtöne und schließlich das satte Schokoladenbraun populär. Durch vereinzelte Einkreuzungen anderer
Hunderassen, unter anderem des Flat Coated, Retriever, veränderte sich das Erscheinungsbild des Labradors im Laufe der Zeit
nur geringfügig, sodass man dieser Retrieverrasse heute die engsten verwandschaftlichen Beziehungen zu den Urahnen aus
Neufundland nachsagt.
Geschätzt waren in erster Linie ihre überragenden jagdlichen Qualitäten, vor allem bei der Entenjagt am und im Wasser. Doch mehr
und mehr faszinierte die Jäger der sensationelle Spürsinn und Finderwille dieser Hunde, etwa bei der Nachsuche auf Haarwild in

Lady Howe mit Banchory Bolo
dicht bewachsenem Gelände.

Dual Ch. Banchory Bolo
(Black) geb:1915

Dual Ch. Banchory Bolo
(Black) geb:1915
Auch Banchorey Bolo, eine der " schillerndsten " Hundepersönlichkeiten und ein bedeutender Zuchtrüde in der neueren Geschichte
des Labradors bewies sich als einzigartiger Jagdhelfer und Sportskamerad. Er, dem gar keine rosige Zukunft vorausgesagt worden
war, errang als erster Labrador den selten vergebenen Titel " Dual Champion ". Das heißt, dieser Hund war nicht nur
wunderschön, er konnte auch überzeugend arbeiten, auf der Jagd ebenso wie auf jagdsportlichen Wettkämpfen, den damals in
Mode gekommen " retriever field trails ". Es machte für Bolo keinen Unterschied, was es zu suchen und apportieren galt - geschossenes
Federwild, Haarwild oder Stöckchen. Er brachte alles, meisterhaft schnell, perfekt und ungemein ausdauernd. Und er liebte sein
Frauchen Lorna Countess Howe - sicherlich ist es nicht übertrieben zu sagen: - abgöttisch. Lady Howe nämlich wusste, wie man
mit Labrador Retrievern umgeht, wie man ihre uneingeschränkte Liebe für immer gewinnen und den unglaublichen Reichtum ihrer Seele
ans Tageslicht bringen kann, wie man mit ihnen arbeitet und ihre Talente fördert. Nicht mit harten Methoden, brutal und ungerecht
(so wie es Bolos zahreiche Vorbesitzer versucht hatten), sondern einfach nur freundlich und sehr konsequent - mit vollem Vertrauen
auf ihre umwerfende Anpassungsfähigkeit und Lernfreude und auf ihren " will to please ", den man sich herzerwärmender
kaum vorstellen kann.

Buccleuch Avon
(black - geb: 1885)
(Quelle:Faszination Retriever - Eine Liebeserklärung )